Chorausflug 2017

Ausflug des Waldstadtchors 2017 nach Darmstadt und Bensheim

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Als wir auf dem Hügel ankamen, zeigte sich der Himmel von seiner intensivsten Seite: Er war strahlend tiefblau, und vor ihm ragten goldverzierte Kirchtürme in den Himmel hinauf! Schauplatz dieses Augenschmauses war die Mathildenhöhe in Darmstadt, eine Jugendstil-Künstlerkolonie der Jahrhundertwende (19./20.) im spezi-ellen „Darmstädter Stil“.

„Wir“, das sind die Mitglieder des Waldstadtchores, die am 23. September 2017 mit ihrer Chorleitern Kathrin Denner ihren Jahresausflug machten und einen besonderen Wirkungs- und Lebensort künstlerischen Schaffens und der Lebensreform-Bewegung besichtigten.

Die Mathildenhöhe ist eine Initiative des jungen Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen; er trat mit 24 Jahren 1892 die Regierung an, war Queen Victorias Lieblings-enkel (!). Er half ab 1899 tatkräftig und finanziell mit, diese Künstlerkolonie zu schaf-fen, und erlebte dort vier Ausstellungen (1901, 1904,1908,1914). Im Mittelpunkt des architektonischen Ensembles steht das Ausstellungsgebäude mit dem „Hochzeits-turm“ (zur Zeit wegen Renovierung leider nicht zugänglich), davor der Lilienbrunnen (1914) und der Platanenhain (seit 1830, mit einem eigenen Skulpturenprogramm seit 1914), daneben der Schwanentempel (1914, ein keramischer Gartenpavillon mit Doppelsäulen und flacher Decke von A. Müller). Der „Hochzeitsturm“ war 1908 ein Geschenk der Darmstädter Bürger für ihren Großherzig anlässlich seiner zweiten Hochzeit. Die goldverzierten Kirchtürme gehören zu einer kleinen russisch-orthodo-xen Kirche (1897/98). Alix, Schwester des Großherzogs und Gattin des letzten russischen Zaren, Nikolai II., war zum russisch-orthodoxen Glauben übergetreten. Wenn sie und ihr Gefolge Heimatbesuch machten, sollte es ihnen nicht an geistli-chem Beistand fehlen. Seit 1917 gehört die Kirche der orthodoxen Gemeinde.

Am Hang der Mathildenhöhe gibt es faszinierende Jugendstil-Häuser zu sehen. Nach unserem Rundgang versammelten wir uns im Schwanentempel und genossen seine besondere Akustik mit zwei Liedern – Wir wollten mal wieder „nicht erwachsen sein“ und hofften auf „Good News“ (denn am Tag darauf war Bundestagswahl!). Eine besonders „gute Nachricht“ war dabei, dass uns bei diesem Lied die junge stellver-tretende Chordirektorin des Staatstheaters Darmstadt höchstpersönlich dirigierte!

Nach so viel Kultur war Mittagsessenszeit; im Zentrum der Darmstädter Altstadt liegt das Hotel „Bockshaut„, übrigens das älteste Hotel-Restaurant der Stadt, in dessen 215-jährigen Gaststätte wir genüsslich speisten. Danach war noch Zeit zum Flanie-ren in der Altstadt, bevor wir weiter nach Bensheim fuhren, Dort war Gelegenheit zum historischen Stadtbummel, zum Kaffeetrinken und Kraftschöpfen vor der Heim-fahrt: einer Stunde intensiver Chorprobe als Wunschkonzert. Etwas heiser, aber schwungvoll und in bester Laune traten wir in der Waldstadt den Heimweg an. Danke unseren beiden Chor-Vorsitzenden Sabine Herr und Renate Schnatzer für Ideen und Organisation.

Georg Gerneth